Vor den Scheinwerfern und der ersten Reihe stehen Zahlen: wie viele Shows, wer eröffnet, wer schließt, welche Regeln sich ändern. Diese Woche veröffentlicht New York den endgültigen Kalender seiner Fashion Week, Mailand kündigt die umfangreichste Ausgabe seit Jahren an, und zwei ganz unterschiedliche Initiativen — ein Preis und eine Schule auf dem Laufsteg — erinnern daran, dass hinter jeder Kollektion immer jemand steht, der sie sich ausgedacht hat, bevor sie jemand anderes trägt. Vier Geschichten, ein Monat: der September, der dichteste im Modekalender.
New York eröffnet die Fashion Week, mit einer neuen Regel für alle
Vom 9. bis 15. September zeigt New York 70 Shows und Präsentationen im offiziellen Kalender, dazu Kollektionen nach Termin und digital. Der Vorabend, Mittwoch der 9., bringt bereits fünf Termine außerhalb des Programms: darunter ein Haus, das seinen 85. Geburtstag feiert, und ein Label, das sein 25-jähriges Bestehen begeht — die Woche beginnt einen Tag, bevor sie offiziell startet.
Der offizielle Kalender eröffnet am Donnerstag, den 10., mit dem Debüt eines neuen künstlerischen Direktors bei einem traditionsreichen amerikanischen Haus, und schließt am Dienstag, den 15., mit der Show, die den New Yorker Tailoring-Stil zuletzt neu definiert hat. Dazwischen eine strukturelle Neuerung: Ab dieser Ausgabe gilt die vor einem Jahr angekündigte Fur-free-Politik der CFDA für jede Marke im offiziellen Kalender — Pelz verschwindet damit endgültig von den offiziellen amerikanischen Laufstegen. Am Freitag, den 11., beginnt das Programm zum 25. Jahrestag des 11. Septembers später als gewohnt, um 10 Uhr morgens.
Mailand kündigt den größten Kalender des Jahres an
Vom 22. bis 28. September zeigt Mailand die Damenmode-Woche für Frühjahr/Sommer 2027: 203 Termine insgesamt, darunter 61 Shows — 54 physisch und 7 digital —, 88 Präsentationen und 54 Events. Es ist eine umfangreichere Ausgabe als die im Februar, organisiert mit Unterstützung des italienischen Außenministeriums, der Agentur ICE und der Stadt Mailand.
Über die bekanntesten Häuser hinaus erweitert der Fashion Hub die Woche: der Raum für aufstrebende italienische und internationale Designer ist ab Dienstagnachmittag, dem 22., bis Sonntag, den 27., von 11 bis 19 Uhr öffentlich zugänglich. Eine Presseakkreditierung braucht es dafür nicht — nur die Neugier zu sehen, wer in ein paar Saisons auf dem Laufsteg stehen könnte.
Ein neuer Preis für Frauen, die mit ihren Händen arbeiten
Am 26. September wird während der Fashion Week zum ersten Mal der Sozzani Award verliehen: eine Auszeichnung, die jedes Jahr zwischen Fotografie, Mode und Design & Craft wechselt und in dieser ersten Ausgabe — mit dem Titel "Women" — Frauen würdigt, die mit ihrer Arbeit zur zeitgenössischen Kultur beitragen. Die Teilnahme ist kostenlos und steht Kreativen, Fachfrauen und Studentinnen zwischen 18 und 40 Jahren aus jedem Land offen.
Die Jury bewertet künstlerische Qualität, Recherche und die Fähigkeit, neue Erzählungen zu schaffen; geleitet wird sie von der Präsidentin und Mitgründerin der Fondazione Sozzani gemeinsam mit der Kreativdirektorin und zwei Stylisten. Die 2016 gegründete Stiftung ist erst vor wenigen Tagen der Global Education Coalition der UNESCO beigetreten — mehr als 230 Organisationen, die sich für Bildung einsetzen — ein Beleg dafür, dass der Preis Teil eines größeren Bildungsprojekts ist, kein einmaliges Ereignis einer einzelnen Woche.
Eine Schule auf dem Laufsteg, vor den großen Häusern
Am Sonntag, den 27. September, ist Milano Moda Graduate an der Reihe: die zwölfte Ausgabe des Projekts, das Studierende der wichtigsten italienischen Modeschulen auf den Laufsteg bringt. 2015 gegründet, gliedert sich das Format in zwei Kategorien: eine für Capsule-Kollektionen, die von den Studierenden entworfen werden, mit direktem Mentoring durch die Organisatoren der Fashion Week; die andere ist zehn ausgewählten Designern vorbehalten, die jeweils ein Outfit präsentieren, das mit einem auf Verschlüsse und Zubehör spezialisierten technischen Partner entwickelt wurde.
Die Kollektionen laufen vor einer internationalen Jury, die die aussagekräftigsten Outfits auszeichnet. Es ist der einzige Termin der Woche, bei dem das Publikum, noch vor der Kritik, jemanden bewertet, der noch keinen Namen hat — dieselbe Logik wie beim Fashion Hub, angewendet auf jene, die noch studieren.
Kurz gefasst
New York startet mit vollem Kalender und einer neuen Regel: kein Pelz mehr im offiziellen Programm. Mailand kündigt seine größte Ausgabe des Jahres an, mit einem Fashion Hub, der für jeden offen ist. Ein neuer Preis rückt Frauen in den Mittelpunkt, die mit ihren Händen arbeiten. Eine Schule läuft vor den großen Häusern. Vier verschiedene Arten, dasselbe zu sagen: Mode bereitet sich vor, bevor sie sich zeigt.